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Internationaler Frauentag- Prostestbriefe von geflüchteten Frauen im Landkreis Havelland

Für die Geflüchteten im Havelland gibt es keine Integration!!
Die Behörden bieten institutionellen Rassismus statt Geburtsurkunden.

Sehr geehrter Landrat Lewandowski,
seit Jahren ist ihr Landkreis dafür bekannt, die Beurkundung von Geburten geflüchteter Frauen zu verweigern. Ganz besonders betrifft das schwarze Frauen. Wir haben genug Frauen gesehen, die unmittelbar vor der Geburt überstürzt die S-Bahn nehmen, um in Berlin zu gebären. Herr Landrat, Sie haben es „geschafft” durch ihre Behörden, das Leben von geflüchteten Frauen im Havelland
lahmzulegen.

->  Ohne Geburtsurkunde gibt es für die Mütter keine Möglichkeit, ihr Recht auf eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen.
->  Ohne Geburtsurkunde wird den Kindern der Zugang zur Kita erschwert oder gänzlich versagt.
->  Ohne Kitaplatz müssen die Mütter ihre Kinder selbst rund um die Uhr betreuen.
->  Ohne Zeit für Sprachunterricht und das fehlende Angebot an Deutschunterricht, ist es nichtmöglich, Deutsch zu lernen.
->  Ohne Deutsch zu können, ist die Jobsuche chancenlos.
->  Ohne Job gibt es keine Möglichkeit, eine eigene Wohnung zu bezahlen.
Ergebnis: Isolation in den Heimen ohne Zukunftsperspektiven und Chancen der Integration

Das Leben eines jeden Kindes beginnt mit der Geburtsurkunde! Außer im Havelland. Nicht alleKinder bekommen eine Geburtsurkunde. Und warum ist das so?

Rassismus im Standesamt
Vaterschaft wird angezweifeltDas Standesamt im Havelland zweifelt Vaterschaften an. Geflüchtete Frauen werden in diesem Amt behandelt, als ob sie Betrügerinnen oder Kriminellewären. Sachbearbeiter:innen nutzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, um die Erstellung von Geburtsurkunden zu boykottieren. Oftmals über fünf bis sechs Jahre. Das ist institutioneller Rassismus und verhindert die Integrationge flüchteter Frauen und Kinder.
Wir fordern Vaterschaftsanerkennung.

Ungeklärte Identität
Das Standesamt verweigert Geburtsnachweise.
Wenn ein Elternteil deutsch ist, muss dies mit einem Geburtsregisterauszug des Standesamtes nachgewiesen werden. Doch im Havelland werden Geburten unzureichend registriert. Der Name
des deutschen Vaters wird absichtlich nicht genannt und daher können die Frauen keinenAnspruch auf einen Aufenthaltstitel erheben.
Wir fordern, dass die Kinder vor Schlechterstellung geschützt sind.

Rassismus in der Ausländerbehörde
Wenn    die    Kinder    nach    Jahren   eine    Geburtsurkunde    erhalten,    geht    die    Schikane    und    der Rassismus seitens der Ausländerbehörde weiter.

Echtheit der Pässe wird angezweifelt
Obwohl die Frauen mit in Deutschland ausgestellten Pässen ihren Aufenthaltstitel beantragen, wird im Havelland dessen Echtheit angezweifelt. Weiterhin gibt es ein massives Problem mit der
Bearbeitungszeit: Die Ausländerbehörde verzögert die Prüfung der Dokumente über Jahre hinaus!

Herr Landrat haben Sie ihre Behörde unter Kontrolle?

Ausländerbehörde misstraut Vater
Die Ausländerbehörde zweifelt die Vaterschaft an und fordert eine DNA-Analyse, wenn das Standesamt es nicht schon getan hat. Das ist eine Kriminalisierung der Asylsuchenden.
Wir fordern Vaterschaftsanerkennung.

Folgen: Behörden verweigern Integration von Schutzsuchenden
Diskriminierung von Kindern.
Wegen der fehlenden Geburtsurkunden, wird den Kindern ihre Bildung verwehrt:
Viele Kinder, die hier geboren sind, sehen anderen Kindern zu, wie sie täglich in die Kita gehen und bleiben hinter den Zäunen des Heims zurück.
Kein Kindergarten ->  Keine Sprache ->  Keine Chancengleichheit ->  Keine Zukunft.
Wir fordern die Einhaltung der UN Kinderrechte: Bildung für alle Kinder!
Kita-Zugang in Nauen

In    Nauen    fragen    geflüchtete    Frauen    vergeblich    nach    einem    Kitaplatz.    Warum    werden    sieabgewiesen? Etwa weil sie Asylsuchende sind? Das ist kein Grund.
Es sind doch Kitaplätze frei!

Sprachunterricht
Wir    sehen    im    Havelland    keinen    Willen,    geflüchtete    Familien    zu    integrieren.    Ein    einfacher,kostenloser    Zugang    zu    Sprachunterricht    wird    nicht    ermöglicht.    Viele    Frauen    leben    in    den Unterkünften über 4,5,6 Jahre, ohne einen Tag Sprachunterricht bekommen zu haben.
Landrat Lewandowski, dafür gibt es keine Entschuldigung!
Egal welchen Status die Frau hat, sie sollte Sprachunterricht nehmen können.
Bieten Sie doch Mutter-Kind Sprachunterricht an!

Wenn Sie Menschen durch die Verweigerung von Integrationsstrukturen an den Rand der Gesellschaft drängen, schadet das nicht nur dem Havelland, sondern der gesamten Gesellschaft.
Stoppen Sie diese Marginalisierung*!

Kein Deutsch ->  Keine Sprache ->  Keine Arbeit ->  Keine Wohnung ->  Keine Teilhabe
Wohnungen statt Sammelunterkünfte.

Herr Lewandowski, wann haben Sie das letzte mal die Sammelunterkunft in Nauen besucht? Dort krabbeln    die    Kakerlaken    überall    rum,    sie    beißen    und    gefährden    die    Gesundheit    der Bewohner:innen. Das ist beschämend für Deutschland.
Die Unterbringung in Sammelunterkünften ist integrationsfeindlich und macht Menschen krank.

Daher fordern wir, dass alle Menschen – auch geflüchtete Bürger:innen in Havelland – die Möglichkeit haben, in eine Wohnung zu ziehen, mit Nachbarschaft und sozialer Infrastruktur. Wir haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben!

Fazit
Wir    kennen    unsere    Menschenrechte.    Wir    wissen,    wie    Menschen    in    einer    demokratischen Gesellschaft behandelt werden sollten. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die allen Menschen die gleichen Möglichkeiten gibt. Wir sind keine Bittsteller:innen. Wir stellen dar, wie ihre Behörden diese Grundsätze der Chancengleichheit und Demokratie verletzen.

Sehr geehrter Landrat, Sie können das ändern. Weisen Sie ihre Behörden an, Geflüchtete wie Menschen zu behandeln. Wir kennen das Landesrecht, darum wissen wir, dass Sie mehr Mittel zur
Verfügung haben!

Die Angestellten der genannten Behörden erfreuen sich an ihrer Machtposition und diskriminieren und unterdrücken Geflüchtete. Sie werden von den Behörden am untersten Rand der Gesellschaft gehalten.

Herr Lewandowksi reichen Sie den geflüchteten Menschen ihre Hand, indem Sie den Kindern Geburtsurkunden und Kitaplätze, den Müttern Sprachunterricht und Wohnungen geben.

Walten Sie Kraft ihres Amtes.

Mit freundlichen Grüßen
Im Namen aller geflüchteten Menschen im Havelland
Refugees Emancipation
Seebrücke
Pangea Projekt
Cosmopolitan Youth
Women in exile
Kontakt:
Refugees Emancipation
Dortustr. 46
14467 Potsdam
info@refugeesemancipation.com
0176 3626 6043

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