Bäume - Fluch oder Segen?

(vit) Die einen sind mit ihnen grün, den anderen sind sie im Weg: Bäume. Sie atmen uns das Kohlendioxid weg, Autos dienen sie als Bremse, groß und Schatten spendend oder doch lieber kleingehackt im Ofen? Der Ostbote hat zwei Damen eingeladen, um über die Vor– und Nachteile dieser Gewächse zu diskutieren. Ophelia Silakowski und Viktoria von Tarn und Tuxis, zwei Persönlichkeiten, zwischen deren Meinungen ganze Wälder stehen oder auch liegen.

Pro

Ophelia Silakowski

Mögen Sie atmen? Saubere Luft? Schatten? Dann sind Bäume genau das Richtige für Sie!
Diese potenziell großen Gewächse mit holzigem Stiel erhalten unsere Atmosphäre, den Boden kühl und sehen auch noch gut aus. Das absolute Must-Have für einen modernen Garten.
Schottergärten haben ausgedient. Sie sind umweltfeindlich und bieten Tieren und Insekten keinen Lebensraum. Darum sollten Bäume und Pflanzen für alle Grünflächen und -streifen sowie Vor- und Hintergärten zur Pflicht werden.
Einige Grundbesitzer sind sich auch heute, in diesen Klimakrisenzeiten, nicht bewusst, dass auch sie ihren Arsch mal hochkriegen müssen, um den Planeten zu retten. Diese Pflicht auf die Industrie abzuwälzen, führt nur dazu, dass niemand etwas unternimmt.
Niemand sagt: „Ich werde nicht aufhören, Alkohol zu trinken, solange Russland nicht mitzieht.“ Wir müssen jetzt, sofort, beginnen, die Welt zum Guten zu verändern. Sonst ändert sich die Welt von selbst - und das wird schlimm enden.
Darum: Pflanzt Bäume!

Contra

Viktoria von Tarn und Tuxis

Das ist ja alles schön und gut, Frau Silakowski. Aber haben Sie auch einmal an die Wirtschaft gedacht?
Wenn jetzt alle, auch Firmengeländebesitzer, verpflichtet würden, Bäume zu pflanzen, kommen wir in Teufels Küche. Denken Sie an die Kosten, die entstehen, wenn jeder einen Baum kaufen muss!
Für Privatleute und Unternehmer gleichermaßen!
Und wenn auf dem Firmengelände ein Baum steht, wie sollen dann die Laster manövrieren? Hm? Durch Bäume gehen somit Arbeitsplätze verloren!!!
Wie wollen Sie DAS den LKW-Fahrern vermitteln, dass ihr Arbeitsplatz verloren geht, weil Bäume sie einschränken? Na? Das sind Sie sprachlos, oder? Beton und Pflastersteine sind für die Bewegungsfreiheit unerlässlich. Und in dem Wort „Bewegungs-freiheit“ steckt „Freiheit“. Und die verteidige ich.
Niemandem soll vorgeschrieben werden, wie er sein Grundstück zu gestalten hat. Jawohl!


Ophelia Silakowski: Das klingt jetzt an den Haaren herbeigezogen. Ein Baum muss ja nicht auf der Freifläche stehen, er kann auch an die Grundstücksseite.

Viktoria von Tarn und Tuxis: Ha! Sie knicken aber schnell ein! Kein Rückgrat, was?

Silakowski: Das hat doch nichts mit Einknicken zu tun. Es gibt für alles eine Lösung und es lassen sich ökologische Konzepte mit der Wirtschaft kombinieren.

Tarn und Tuxis: Kommen Sie mir nicht mit logisch! Bei Ihnen ist nichts logisch!

Silakowski: Was ist denn los mit Ihnen? Warum verstehen Sie nicht, dass wir etwas für die Umwelt tun müssen, und zwar jetzt?

Tarn und Tuxis: Das verstehe ich sehr gut! Aber Ihre Ansätze gehen komplett am Leben der kleinen Leute vorbei. Wir können nicht, wie eine Diktatur, in den Markt eingreifen. Konzepte müssen sich aus sich selbst heraus entwickeln.

Silakowski: Sie haben mir jetzt nicht einmal gesagt, was Sie für Konzepte für unsere Zukunft haben.

Tarn und Tuxis: Haben Sie mir nicht zugehört??? Der Markt regelt das!!1!!!

Silakowski: Auch für den Markt kann man Konzepte oder Richtlinien vorschlagen, um eine umweltfreundliche Wende herbeizuführen.

Tarn und Tuxis: Kommen Sie mir nicht so!

Silakowski: Wie komme ich Ihnen denn?

Tarn und Tuxis: Arrogant und belehrend. Sie haben einfach nicht verstanden, wie das Wirtschaftssystem funktioniert.

Silakowski: Ich habe es sehr wohl verstanden, ich biete nur Lösungsansätze an, um das, was schief läuft, zu verbessern. Nur wenn wir stetig nachbessern, kann sich etwas auch positiv ändern.

Tarn und Tuxis: Sie reden völlig wirr. Nichts, was Sie sagen, macht auch nur ansatzweise Sinn!

Silakowski: „Ergibt Sinn“, muss das heißen.

Tarn und Tuxis: Sehen Sie! Sie sind eine elende Besserwisserin!

Silakowski: Sie legen doch sowieso alles, was ich sage, gegen sich aus. Dann kann ich auch wirklich belehren. Sonst hätten Sie den Vorwurf völlig umsonst erhoben.

Tarn und Tuxis: Mit Ihnen ist einfach keine vernünftige Diskussion möglich!!!

Silakowski: Wie bitte?

Tarn und Tuxis: Sie haben mich sehr wohl verstanden! Es ist sinnlos, mit Ihnen noch weiter zu reden. Ich gehe jetzt. Hier auf dem Parkplatz ist es eh zu heiß, um noch weiter ins Smartphone zu chatten.

Silakowski: Wo sind Sie gerade? Auf einem Parkplatz und nicht am Schreibtisch? Es gibt übrigens sehr hübsche Parkplätze mit Bäumen. Da ist es auch kühler.

Tarn und Tuxis: Ich habe einfach keine Zeit, um mich noch länger mit einer „Person“ wie Ihnen herumzuschlagen.

Silakowski: In Ordnung. Wenn Sie noch einmal mit mir einige Lösungsansätze besprechen möchten, schreiben Sie mich einfach an.

Tarn und Tuxis: Ich werde mich hüten!!!!!

Silakowski: Das ist auch in Ordnung. Machen Sie es gut!

Tarn und Tuxis: Ha! Ja, ich mache immer alles gut.